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Wolfgang Büscher: Heimkehr

Berlin: Rowohlt Verlag, 2020

 

HeimkehrDer Autor und Journalist Wolfgang Büscher ist viel gewandert und hat darüber Bücher veröffentlicht.

In der Stadtbücherei sind einige Titel von ihm auszuleihen: „Berlin – Moskau : eine Reise zu Fuß“, „Deutschland, eine Reise“, „Hartland : zu Fuß durch Amerika“.

 Er hat zahlreiche Preise für seine Reportgagen, die er für verschiedene Zeitschriften schrieb, bekommen.

Für sein neuestes Buch „Heimkehr“ lebte er ein halbes Jahr von Frühling bis Herbst spartanisch ohne Fernsehen und Internet in einer Jagdhütte in Nordhessen. Er hat auf einem Feldbett geschlafen und mit einem Campingkocher seine Mahlzeiten zubereitet. Um die Hütte zu heizen, musste er Holz hacken.

Während dieser Zeit ist er nur wenigen Menschen begegnet, vor allem Waldarbeitern. Abends hat er auf Hochsitzen Wildschweine beobachtet und ist ab und zu als Treiber mit zur Jagd gegangen.

„Heimkehr“ bedeutet für ihn Kindheitserinnerungen, denn er ist in der Gegend aufgewachsen. Als Kind hat er mit Freunden im Wald gespielt und Hütten gebaut, die der Förster aber immer wieder eingerissen hat. Das Buch ist also auch eine Art Rückkehr zu den eigenen Wurzeln. Wolfgang Büscher schreibt in seinem Buch über Traditionen wie Schützenfeste und Treibjagden. Er selbst lebt seit Jahrzehnten in Berlin, wo er bei einer Zeitung arbeitet.

Der Autor schreibt über seine Kindheit und die Beziehung zu seiner Mutter, aber es ist nicht das Hauptthema des Buches. Es geht vielmehr um den Wald und seine Tiere und die Menschen, die von ihm leben. Er verbringt Zeit mit dem Förster, den Jägern und den Menschen aus dem nahe gelegenen Dorf und versucht ihr Leben zu begreifen. Die Zeit verläuft hier anders als in der Großstadt Berlin. In der digitalisierten und globalisierten Welt scheint der Puls immer schneller zu schlagen. Doch auch dieser Ort der Stille lebt nicht losgelöst vom Rest der Welt. Die Moderne hat hier Einzug gehalten: große Maschinen fällen und zersägen die Bäume und ihr Lärm dringt durch die Stille des Waldes. Stürme, Hitze und der Borkenkäfer bedrohen seinen Fortbestand.

In „Heimkehr“ geht es um Traditionen und Geschichte. Es ist eine Gegenüberstellung von Natur und Moderne. Eine Buchempfehlung für Leser, die sich auf Entschleunigung und Achtsamkeit gegenüber der Natur und sich selbst einlassen wollen und den Wald mögen.

 

 

Buchtipps der vergangenen Monate:

  • April 2021: Wolfgang Büscher:
  • März 2021: Francois Lelord: Es war einmal ein blauer Planet
  • Januar + Februar 2021: Vicki Baum: Vor Rehen wird gewarnt

 

  • Dezember 2020: Sascha Filipenko: Rote Kreuze
  • November 2020: Tobias Schlegl: Schockraum
  • Oktober 2020: Marco Balzona: Ich bleibe hier
  • September 2020: Beate Teresa Hanika: Vom Ende eines langen Sommers
  • August 2020: David Foenkinos: Die Frau im Musée d'Orsay
  • Juli 2020: Susan Fletcher: Das Geheimnis von Shadowbrook
  • Juni 2020: Stephan Abarbanell: Das Licht jener Tage
  • April + Mai 2020: Gusel Jachina: Wolgakinder
  • März 2020: Helga Bürster: Luzies Erbe
  • Februar 2020: Lara Prescott: Alles, was wir sind
  • Januar 2020: Vera Buck: Das Buch der Vergessenen Artisten

 

  • Dezember 2019: Erik Fosnes Hansen: Ein Hummerleben
  • November 2019: Kati Naumann: Was uns erinnern lässt
  • Oktober 2019: Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse
  • September 2019: Kit de Waal: Die Zeit und was sie heilt
  • August 2019: Alina Bronsky: Der Zopf meiner Großmutter
  • Juli 2019: Min Jin Lee: Ein einfaches Leben
  • Juni 2019: Andrea van Bebber: Perlen vor die Säue
  • Mai 2019: Jocelyne Saucier: Niemals ohne sie
  • April 2019: Tom Saller: Wenn Martha tanzt
  • März 2019: Majgull Axelsson: Dein Leben und meins
  • Februar 2019: Andrea Camilleri: Die Inschrift
  • Januar 2019: Karine Lambert: Eines Tages in der Provence

 

  • Dezember 2018: Alex Capus: Königskinder
  • November 2018: Tommi Kinnunen: Wege, die sich kreuzen
  • Oktober 2018: Louise O'Neill: Du wolltest es doch
  • September 2018 Lana Lux: Kukolka
  • August 2018: Laetitia Colombani: Der Zopf
  • Juli 2018: Pierre Lemaitre: Drei Tage und ein Leben
  • Juni 2018: Anja Baumheier: Kranichland
  • Mai 2018: Vanessa LaFaye: Summertime
  • April 2018: Vigdis Hjörth: Bergljots Familie
  • März 2018: Jachina, Gusel: Suleika öffnet die Augen
  • Frebruar 2018: Ahrens, Renate: Alles, was folgte
  • Januar 2018: Isabelle Autissier: Herz auf Eis

 

  • Dezember 2017: Olga Grjasnowa: Gott ist nicht schüchtern
  • November 2017: Benjamin Lebert: Die Dunkelheit zwischen den Sternen
  • Oktober 2017: Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht
  • September 2017: Dirk Kurbjuweit: Die Freiheit der Emma Herwegh
  • August 2017: Francoise Frenkel: Nichts, um sein Haupt zu betten
  • Juli 2017: Claudia Pineiro: Ein wenig Glück
  • Juni 2017: Petina Gappah: Die Farben des Nachtfalters
  • Mai 2017: Peter Prange: Unsere wunderbaren Jahre
  • April 2017: Renate Ahrens: Das gerettete Kind
  • März 2017: Marilynne Robinson: Gilead
  • Februar 2017: Isadora Duncan: I've only danced my life
  • Januar 2017: Sarit Yishai-Levi: Die Schönheitskönigin von Jerusalem

 

  • Dezember 2016. Brigitte Glaser: Bühlerhöhe
  • November 2016: Celeste Ng: Was ich euch nicht erzählte
  • Oktober 2016: Lars Mytting: Die Birken wissen`s noch
  • September 2016: Alexander Maksik: Die Gestrandete
  • August 2016: Naomi Wood: Als Hemingway mich liebte
  • Juli 2016: David Foenkinos: Charlotte
  • Juni 2016: Katharina Winkler: Blauschmuck
  • Mai 2016: Per J. Andersson: Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden
  • April 2016: Isabel Bogdan: Der Pfau
  • März 2016: Sabine Rennefanz: Die Mutter meiner Mutter
  • Februar 2016: Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe
  • Januar 2016: Claire Hajaj: Ismaels Orangen

 

  • Dezember 2015: Verena Boos: Blutorangen
  • November 2015: André Herzberg: Alle Nähe fern
  • Oktober 2015: Frances Itani: Requiem
  • September 2015: Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter Harper Lee: Wer die Nachtigall stört
  • August 2015: Catherine Chanter: Die Quelle
  • Juli 2015: Michael Köhlmeier: Zwei Herren am Strand
  • Juni 2015: Stephanie Bart: Deutscher Meister
  • Mai 2015: Donna Tartt: Der Distelfink
  • April 2015: Charles Lewinsky: Kastelau
  • März 2015: Ulla-Lena Lindberg: Eis
  • Februar 2015: Hans Meyer zu Düttingdorf: Das Bandoneon
  • Januar 2015: Anna Funder: Alles was ich bin

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