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Schwab, V.E.: Das unsichtbare Leben der Addie LaRue

Frankfurt am Main: TOR Verlag, 2021

 

 

Das unsichtbare Leben der AddieWelche Spuren hinterlassen wir auf Erden? Sind es die Dinge, die wir erschaffen oder leben wir weiter in den Erinnerungen der Menschen die uns lieben?

Addie LaRue lebt seit über dreihundert Jahren, aber niemand kann sich an sie erinnern. Sie kann keine Geschichte aufschreiben, kein Bild malen, hat kein Zuhause, ja, sie kann nicht einmal ihren eigenen Namen aussprechen.

Ihr Leben begann als das eines ganz normalen Mädchens zu Beginn des 18. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf in Frankreich. Um der Enge zu entfliehen, konkreter noch: der Ehe mit einem Mann, schließt sie, ohne es auch nur zu ahnen, einen verhängnisvollen Pakt mit dem Teufel. Sie erhält uneingeschränkte Freiheit und ewige Jugend. Aber sie ist sich nicht des Preises bewusst, den sie dafür zahlen wird. Sehr schnell erkennt sie, wie hoch er ist. Die Menschen vergessen sie, sobald sie nur einen Moment aus ihrem Blickfeld verschwindet. Das kann von Vorteil sein, wenn sie z.B. einkaufen geht. Sie kann einfach aus dem Geschäft spazieren, ohne zu bezahlen. Es ist aber auch unendlich schmerzhaft, denn nicht einmal ihre Familie kann sich an sie erinnern. Auch heißt „ewiges Leben“ nicht, dass sie Schmerz, Hunger und Kälte nicht spüren kann. Sie leidet, aber sie stirbt nicht. Jedes Jahr am Tag ihres Paktes besucht sie der Teufel in Gestalt des jungen Mannes, den sie sich als Mädchen in ihrem Kopf als Traummann (aus)gemalt hatte. Jedes Jahr fragt er sie, ob sie dieses Leben weiterleben will oder ob er ihre Seele bekommt. Addies Leid und Einsamkeit sind groß in den ersten Jahren ihres neuen Lebens und doch ist da ein Funken in ihr, der sie davon abhält, nachzugeben, aufzugeben. Auch findet sie einen sehr subtilen Weg, Spuren zu hinterlassen, nicht in den Erinnerungen der Menschen, aber in den Ideen der Menschen: sie wird die Muse verschiedener Künstler.

Alles könnte immer so weitergehen, bis sie eines Tages in New York der Gegenwart einen jungen Mann trifft, der sich an sie erinnert…

Das ist nicht die einzige unverhoffte Wendung, die dieses wirklich besondere Buch bereithält. Geschrieben in einer geradezu magischen Sprache, atmosphärisch dicht und doch mit einer märchenhaften Leichtigkeit, kann man gar nicht anders, als die Einsamkeit, die Wut, die Kreativität, das Leid und die Liebe der Addie LaRue in allen Facetten mit zu fühlen, um dann umso mehr vom Ende des Buches überrascht zu werden.

Die Autorin hat mehr als 10 Jahre an dem Buch geschrieben, und das hat sich wirklich gelohnt. Am besten man legt sich beim Lesen Stift und Block bereit, um nichts zu VERGESSEN.  

Vergessen zu werden, denkt sie, ist ein bisschen wie verrückt zu werden. Man beginnt sich zu fragen, was real ist, ob man selbst real ist. Wie kann etwas real sein, wenn sich niemand daran erinnert? Es ist wie mit dem Zen-Koan über den Baum, der im Wald umfällt.

Wenn niemand es hört, ist es dann wirklich passiert?

Wenn ein Mensch keine Spuren hinterlassen kann, EXISTIERT er dann überhaupt?“

 

Buchtipps der vergangenen Monate:

  • September 2021: V.E. Schwab: Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
  • August 2021: Ina Westman: Heute beißen die Fische nicht
  • Juli 2021: Charlotte McConaghy: Zugvögel
  • Juni 2021: Steffen Kopetzky: Monschau
  • Mai 2021: Polly Clark: Tiger
  • April 2021: Wolfgang Büscher: Heimkehr
  • März 2021: Francois Lelord: Es war einmal ein blauer Planet
  • Januar + Februar 2021: Vicki Baum: Vor Rehen wird gewarnt

 

  • Dezember 2020: Sascha Filipenko: Rote Kreuze
  • November 2020: Tobias Schlegl: Schockraum
  • Oktober 2020: Marco Balzona: Ich bleibe hier
  • September 2020: Beate Teresa Hanika: Vom Ende eines langen Sommers
  • August 2020: David Foenkinos: Die Frau im Musée d'Orsay
  • Juli 2020: Susan Fletcher: Das Geheimnis von Shadowbrook
  • Juni 2020: Stephan Abarbanell: Das Licht jener Tage
  • April + Mai 2020: Gusel Jachina: Wolgakinder
  • März 2020: Helga Bürster: Luzies Erbe
  • Februar 2020: Lara Prescott: Alles, was wir sind
  • Januar 2020: Vera Buck: Das Buch der Vergessenen Artisten

 

  • Dezember 2019: Erik Fosnes Hansen: Ein Hummerleben
  • November 2019: Kati Naumann: Was uns erinnern lässt
  • Oktober 2019: Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse
  • September 2019: Kit de Waal: Die Zeit und was sie heilt
  • August 2019: Alina Bronsky: Der Zopf meiner Großmutter
  • Juli 2019: Min Jin Lee: Ein einfaches Leben
  • Juni 2019: Andrea van Bebber: Perlen vor die Säue
  • Mai 2019: Jocelyne Saucier: Niemals ohne sie
  • April 2019: Tom Saller: Wenn Martha tanzt
  • März 2019: Majgull Axelsson: Dein Leben und meins
  • Februar 2019: Andrea Camilleri: Die Inschrift
  • Januar 2019: Karine Lambert: Eines Tages in der Provence

 

  • Dezember 2018: Alex Capus: Königskinder
  • November 2018: Tommi Kinnunen: Wege, die sich kreuzen
  • Oktober 2018: Louise O'Neill: Du wolltest es doch
  • September 2018 Lana Lux: Kukolka
  • August 2018: Laetitia Colombani: Der Zopf
  • Juli 2018: Pierre Lemaitre: Drei Tage und ein Leben
  • Juni 2018: Anja Baumheier: Kranichland
  • Mai 2018: Vanessa LaFaye: Summertime
  • April 2018: Vigdis Hjörth: Bergljots Familie
  • März 2018: Jachina, Gusel: Suleika öffnet die Augen
  • Frebruar 2018: Ahrens, Renate: Alles, was folgte
  • Januar 2018: Isabelle Autissier: Herz auf Eis

 

  • Dezember 2017: Olga Grjasnowa: Gott ist nicht schüchtern
  • November 2017: Benjamin Lebert: Die Dunkelheit zwischen den Sternen
  • Oktober 2017: Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht
  • September 2017: Dirk Kurbjuweit: Die Freiheit der Emma Herwegh
  • August 2017: Francoise Frenkel: Nichts, um sein Haupt zu betten
  • Juli 2017: Claudia Pineiro: Ein wenig Glück
  • Juni 2017: Petina Gappah: Die Farben des Nachtfalters
  • Mai 2017: Peter Prange: Unsere wunderbaren Jahre
  • April 2017: Renate Ahrens: Das gerettete Kind
  • März 2017: Marilynne Robinson: Gilead
  • Februar 2017: Isadora Duncan: I've only danced my life
  • Januar 2017: Sarit Yishai-Levi: Die Schönheitskönigin von Jerusalem

 

  • Dezember 2016. Brigitte Glaser: Bühlerhöhe
  • November 2016: Celeste Ng: Was ich euch nicht erzählte
  • Oktober 2016: Lars Mytting: Die Birken wissen`s noch
  • September 2016: Alexander Maksik: Die Gestrandete
  • August 2016: Naomi Wood: Als Hemingway mich liebte
  • Juli 2016: David Foenkinos: Charlotte
  • Juni 2016: Katharina Winkler: Blauschmuck
  • Mai 2016: Per J. Andersson: Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden
  • April 2016: Isabel Bogdan: Der Pfau
  • März 2016: Sabine Rennefanz: Die Mutter meiner Mutter
  • Februar 2016: Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe
  • Januar 2016: Claire Hajaj: Ismaels Orangen

 

  • Dezember 2015: Verena Boos: Blutorangen
  • November 2015: André Herzberg: Alle Nähe fern
  • Oktober 2015: Frances Itani: Requiem
  • September 2015: Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter Harper Lee: Wer die Nachtigall stört
  • August 2015: Catherine Chanter: Die Quelle
  • Juli 2015: Michael Köhlmeier: Zwei Herren am Strand
  • Juni 2015: Stephanie Bart: Deutscher Meister
  • Mai 2015: Donna Tartt: Der Distelfink
  • April 2015: Charles Lewinsky: Kastelau
  • März 2015: Ulla-Lena Lindberg: Eis
  • Februar 2015: Hans Meyer zu Düttingdorf: Das Bandoneon
  • Januar 2015: Anna Funder: Alles was ich bin

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