• 974x200_5.jpg
  • Hintergrund-1.jpg
  • Hintergrund-3.jpg
  • Hintergrund-4.jpg
  • Unbenannt-1.jpg
  • Unbenannt-2.jpg

Kati Naumann: Was uns erinnern lässt

Hamburg: HaperCollins, 2019

 

Cover was uns erinnern lässt

Der neue Roman der 1963 geborenen Leipziger Autorin Kati Naumann führt uns in das ehemalige DDR-Sperrgebiet bei Sonneberg. Hier, im streng bewachten 500-Meter-Schutzstreifen zwischen Südthüringen und Oberfranken lag einst das mondäne Hotel „Waldesruh“. Das Haus wurde von der Familie Dressel bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges betrieben. Mit Gründung der DDR versuchten die alteingesessenen Dressels einen Neustart, aber das Gebiet wurde bald zur Sperrzone erklärt.

Ein Vierteljahrhundert nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung stößt die junge Coburger Anwaltssekretärin Milla bei ihren Streifzügen im nahen Thüringer Wald auf eine von Gestrüpp umrankte Ruine, einen verlassenen Ort, den vor ihr noch keiner entdeckt hat. Der Keller im Fundament des verfallenen Objektes entpuppt sich als Teil des ehemaligen Hotels „Waldesruh“. Milla findet Vitrinen mit Geschirr, angelaufenes Silberbesteck, stockfleckige Leinentischtücher, Serviettenringe. Eingemachtes Obst aus den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ist auch noch da.

Besonderes Interesse schenkt Milla allerdings den Diktatheften der damals 14-jährigen Christine Dressel, der Tochter des Hauses. Milla beschließt, Christine unbedingt ausfindig zu machen. Das gelingt ihr tatsächlich auch. Christine lebt unweit entfernt in Sonneberg.

Die beiden ungleichen Frauen freunden sich miteinander an und die Coburgerin erfährt nach und nach, wie die Familie Dressel auf der anderen Seite der Grenze hinter Stacheldraht gelebt hat. Das Sperrgebiet lag praktisch zwischen zwei Welten im Niemandsland und durfte nur mit Passierschein betreten werden. Aber für Christine und ihre Familie war es das Zuhause. Seit ihrer Kindheit kannte sie es nicht anders. Bis die Familie im Jahr 1977 in einer Nacht- und Nebelaktion zwangsausgesiedelt wurde. Das Schicksal trieb die Dressels nach Bitterfeld in eine Plattenbausiedlung.

Christine erzählt ihrer jungen Freundin von der traumatischen Zwangsumsiedlung. Vorangegangen waren zunehmende Schikanen der DDR-Grenzsoldaten. Aber sie erzählt auch von der anfänglichen Zuversicht ihrer Familie, das Hotel eines Tages wiederöffnen zu können. Mithilfe der Rechtsanwaltssekretärin Milla beginnt Christine für ihren einst enteigneten Familienbesitz zu kämpfen und ihren Schmerz zu verarbeiten …

Das Schicksal der Familie Dressel ist fiktiv. Aber Kati Naumanns Roman steht exemplarisch für das Leben der Familien, die direkt hinter der DDR-Grenze im Sperrgebiet gelebt haben. „Was uns erinnern lässt“ ist ein anrührender Familienroman über die deutsch-deutsche Geschichte und über die Wunden, die die Teilung bis heute hinterlassen hat.

Übrigens verbrachte die Autorin als Kind viel Zeit bei ihren Großeltern, die bei Sonneberg lebten. Gemeinsam mit Oma und Opa genoss sie die Spaziergänge in der herrlichen Landschaft des Thüringer Waldes, auch wenn sie häufig kontrolliert wurden. Das hat die Leipzigerin Kati Naumann zum Schreiben dieses Romans veranlasst, der uns Leser in seinen Bann zieht.

 

 

Buchtipps der vergangenen Monate:

  • November 2019: Kati Naumann: Was uns erinnern lässt
  • Oktober 2019: Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse
  • September 2019: Kit de Waal: Die Zeit und was sie heilt
  • August 2019: Alina Bronsky: Der Zopf meiner Großmutter
  • Juli 2019: Min Jin Lee: Ein einfaches Leben
  • Juni 2019: Andrea van Bebber: Perlen vor die Säue
  • Mai 2019: Jocelyne Saucier: Niemals ohne sie
  • April 2019: Tom Saller: Wenn Martha tanzt
  • März 2019: Majgull Axelsson: Dein Leben und meins
  • Februar 2019: Andrea Camilleri: Die Inschrift
  • Januar 2019: Karine Lambert: Eines Tages in der Provence

 

  • Dezember 2018: Alex Capus: Königskinder
  • November 2018: Tommi Kinnunen: Wege, die sich kreuzen
  • Oktober 2018: Louise O'Neill: Du wolltest es doch
  • September 2018 Lana Lux: Kukolka
  • August 2018: Laetitia Colombani: Der Zopf
  • Juli 2018: Pierre Lemaitre: Drei Tage und ein Leben
  • Juni 2018: Anja Baumheier: Kranichland
  • Mai 2018: Vanessa LaFaye: Summertime
  • April 2018: Vigdis Hjörth: Bergljots Familie
  • März 2018: Jachina, Gusel: Suleika öffnet die Augen
  • Frebruar 2018: Ahrens, Renate: Alles, was folgte
  • Januar 2018: Isabelle Autissier: Herz auf Eis

 

  • Dezember 2017: Olga Grjasnowa: Gott ist nicht schüchtern
  • November 2017: Benjamin Lebert: Die Dunkelheit zwischen den Sternen
  • Oktober 2017: Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht
  • September 2017: Dirk Kurbjuweit: Die Freiheit der Emma Herwegh
  • August 2017: Francoise Frenkel: Nichts, um sein Haupt zu betten
  • Juli 2017: Claudia Pineiro: Ein wenig Glück
  • Juni 2017: Petina Gappah: Die Farben des Nachtfalters
  • Mai 2017: Peter Prange: Unsere wunderbaren Jahre
  • April 2017: Renate Ahrens: Das gerettete Kind
  • März 2017: Marilynne Robinson: Gilead
  • Februar 2017: Isadora Duncan: I've only danced my life
  • Januar 2017: Sarit Yishai-Levi: Die Schönheitskönigin von Jerusalem

 

  • Dezember 2016. Brigitte Glaser: Bühlerhöhe
  • November 2016: Celeste Ng: Was ich euch nicht erzählte
  • Oktober 2016: Lars Mytting: Die Birken wissen`s noch
  • September 2016: Alexander Maksik: Die Gestrandete
  • August 2016: Naomi Wood: Als Hemingway mich liebte
  • Juli 2016: David Foenkinos: Charlotte
  • Juni 2016: Katharina Winkler: Blauschmuck
  • Mai 2016: Per J. Andersson: Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden
  • April 2016: Isabel Bogdan: Der Pfau
  • März 2016: Sabine Rennefanz: Die Mutter meiner Mutter
  • Februar 2016: Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe
  • Januar 2016: Claire Hajaj: Ismaels Orangen

 

  • Dezember 2015: Verena Boos: Blutorangen
  • November 2015: André Herzberg: Alle Nähe fern
  • Oktober 2015: Frances Itani: Requiem
  • September 2015: Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter Harper Lee: Wer die Nachtigall stört
  • August 2015: Catherine Chanter: Die Quelle
  • Juli 2015: Michael Köhlmeier: Zwei Herren am Strand
  • Juni 2015: Stephanie Bart: Deutscher Meister
  • Mai 2015: Donna Tartt: Der Distelfink
  • April 2015: Charles Lewinsky: Kastelau
  • März 2015: Ulla-Lena Lindberg: Eis
  • Februar 2015: Hans Meyer zu Düttingdorf: Das Bandoneon
  • Januar 2015: Anna Funder: Alles was ich bin

Kinderliteratur

Jana Steingässer: Paulas Reise oder Wie ein Huhn uns zu Klimaschützern machte

Hamburg: Oetinger Verlag, 2019

Paulas ReiseAlles begann mit Paulas Huhn Emma. Emma war eigentlich ein ganz normales Huhn, bis sie ihre ersten Eier legte – Mitten im Dezember. Dieser Dezember fühlte sich nicht wie ein Wintermonat an. Es war sonnig und warm und auf die Frage wie das sein könne, antworteten Paulas Eltern „Das sind die Auswirkungen vom Klimawandel!“.

In diesem Buch erzählt Paula die Geschichte ihrer Familie, die auf einer Reise um die Welt herausfand, was tatsächlich hinter dem Begriff Klimawandel steckt und die mit jeder Menge Ideen im Gepäck zurückkehrte, um die Welt ein bisschen besser zu machen.

Begleite Paulas Familie auf ihrer Reise durch mehrere Länder und Kontinente. Staune über ihre Erlebnisse, Begegnungen und Abenteuer. Komm mit auf eine Reise, die auch dein Leben ein bisschen verändern kann.

 

Regionalkunde

Jörg Sobiella: Weimar 1919 : der lange Weg zur Demokratie

Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2019

Weimar 1919Ein verlorener Krieg, ein erschöpftes Reich, ein ausgehungertes Volk – das war Deutschland im Jahr 1919. Und doch war dies auch ein Neubeginn für das Land. Es entstand die erste Demokratie auf deutschem Boden – die Weimarer Republik. In der thüringischen Provinzstadt Weimar tagte damals die verfassungsgebende deutsche Nationalversammlung und hob damit die Weimarer Republik aus der Taufe.

Der Autor Jörg Sobiella blickt zurück auf die zeitweilige Hauptstadt Deutschlands. Er erzählt, wie die Demokratie nach Deutschland und Weimar kam. Dabei berichtet er von den Menschen, von ihren Hoffnungen und Enttäuschungen und von der kleinen Thüringer Stadt und ihrer großen historischen Bedeutung.

 

 

 

Freestyle - Buch: Ebook-Empfehlung aus der Onleihe

Sara Barnard: Vielleicht passiert ein Wunder

Fischer Kinder- und Jugendbuchverlag Ebook, 2018

Vielleicht passiert ein WunderRhys kann nicht hören. Und Steffi hat eine Angststörung, weswegen sie häufig nicht in der Lage ist zu sprechen. Als die beiden am ersten Tag des neuen Schuljahres einander vorgestellt werden, ahnen sie nicht, dass diese Begegnung ihr Leben auf den Kopf stellen wird. Steffi und Rhys finden eine ganz besondere Art, miteinander zu kommunizieren, wodurch sich Steffi neue Wege öffnen. Sie erkennt, wie sehr sie gehört werden und sich nicht länger von ihrer Angst einschränken lassen will.

„Vielleicht passiert ein Wunder“ ist eine zarte Geschichte über die erste Liebe zweier besonderer Menschen. Einfühlsam beschreibt die Autorin die Auswirkungen von Angststörungen, genauso wie die Welt der Gehörlosen. Dabei liegt der Fokus auf Rhys und Steffis Kommunikation, genauso wie auf Steffis Entwicklung. Sara Barnard ist eine tiefgründige Liebesgeschichte gelungen, mit der der Leser / die Leserin sich einfach wohlfühlt.

Joomla templates by a4joomla
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.