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Laetitia Colombani: Der Zopf

Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag, 2018

 

91fj7kcuGELDrei Frauen mit drei Schicksalen, welche unterschiedlicher nicht sein könnten, haben eins gemeinsam, dass sie für das Leben und um ihr Überleben kämpfen müssen und ihre Träume und Wünsche nie aufgeben.

Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Smita, Giulia und Sarah.

Diese Struktur wiederholt sich immer wieder und so gelingt es der Autorin, den Spannungsbogen bis zum Schluss des Romans zu halten.

Smita lebt in Badlapur, Indien. Mit ihrer kleinen Familie, ihrer Tochter Lalita und ihrem Mann Nagarajan, haust sie in einer ärmlichen Hütte. Smita ist eine Dalit - eine Unberührbare. Sie gehört zu keiner Kaste, als Mensch gilt sie als unrein mit keinerlei Rechten. In Indien gibt es Millionen Dalits wie Smita. Ihre tägliche, unmenschliche Arbeit besteht im Beseitigen von menschlichen Ausscheidungen und wird an deren Kinder weiter vererbt.

Sie stehen abseits der Gesellschaft und haben keinerlei Aussicht auf ein besseres Leben. Doch gerade das möchte Smita ihrer Tochter unbedingt ermöglichen.

Lalita soll eine Schule besuchen und Lesen und Schreiben erlernen, um ein angenehmeres Leben führen zu können…

Giulia lebt mit ihren Eltern und den Schwestern Adela und Francesca in Palermo.

Schon seit Generationen lebt die Familie von der Cascatura, einem alten Brauch auf Sizilien, womit das Herstellen von Perücken und Toupets gemeint ist.

Die Lanfredi-Werkstatt ist die Letzte ihresgleichen im Land und der ganze Stolz des Vaters. Giulia hat ihre Leidenschaft für Haare von ihrem geliebten Vater übernommen und ist glücklich und zufrieden mit ihrem bisherigen Leben.

Ein Schicksalsschlag verändert das Leben der gesamten Familie über Nacht und Giulia will und muss die Familie retten…

Die Kanadierin Sarah Cohen ist alleinerziehend, Anfang 40 und lebt mit ihren Kindern Hannah und den Zwillingen Simon und Ethan in Montreal.

Sie ist Mitgesellschafterin der Kanzlei Johnson & Lockwood. Bis dahin war es ein harter Weg, der viele Opfer gefordert hat. Beide Ehen sind zerbrochen, viele Nächte hat sie für ihre Plädoyers durchgearbeitet und viel zu wenig Zeit für die Kinder gehabt. Trotzdem funktioniert sie perfekt als Mutter, Chefin und Anwältin. Tag für Tag erscheint sie als Powerfrau, Privates und der Job werden strikt getrennt. Ihre Rolle beherrscht Sarah perfekt und doch wiegt sie tonnenschwer.

Der Gerichtssaal ist ihre Arena und ausgerechnet hier erleidet sie einen Schwächeanfall mit anschließendem Krankenhausaufenthalt und einer folgenschweren Diagnose…

Der enorme Lebensmut von Smita, Giulia und Sarah verbindet diese Frauen. Alle stehen an einem Wendepunkt ihres Lebens.

Smita bringt die Willenskraft auf, mit ihrer Tochter zu fliehen und ihr dadurch die Chance auf ein menschenwürdiges Leben zu bieten.

Giulias findet den Mut, die Familientradition, die Cascatura, aufrechtzuerhalten und die Fabrik auf neuen und modernen Wegen zu retten.

Sarah kämpft trotz aller inneren Zerrissenheit mutig gegen ihre Krankheit an, für sich selbst, aber hauptsächlich für ihre Kinder. Schmerzlich muss sie erkennen, dass der Job nicht alles ist.

Das Geheimnis, wodurch die Frauen miteinander verbunden sind, lüftet sich erst am Ende des Romans.

Der gewählte Titel für das Buch ist treffend. Die drei Stränge des Romans fließen ineinander, wie bei einem Zopf. Der Autorin gelingt ein flüssiger Schreibstil und die Schicksale der Frauen berühren ungemein, aber ohne Übertreibung.

„Der Zopf“ ist das Debüt der französischen Autorin Laetitia Colombani. Sie wurde 1976 in Bordeaux geboren und arbeitet als Filmschauspielerin und Regisseurin. Der Roman erschien in 28 Ländern und die Filmrechte sind vergeben.

Buchtipps der vergangenen Monate:

  • August 2018: Laetitia Colombani: Der Zopf
  • Juli 2018: Pierre Lemaitre: Drei Tage und ein Leben
  • Juni 2018: Anja Baumheier: Kranichland
  • Mai 2018: Vanessa LaFaye: Summertime
  • April 2018: Vigdis Hjörth: Bergljots Familie
  • März 2018: Jachina, Gusel: Suleika öffnet die Augen
  • Frebruar 2018: Ahrens, Renate: Alles, was folgte
  • Januar 2018: Isabelle Autissier: Herz auf Eis

 

  • Dezember 2017: Olga Grjasnowa: Gott ist nicht schüchtern
  • November 2017: Benjamin Lebert: Die Dunkelheit zwischen den Sternen
  • Oktober 2017: Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht
  • September 2017: Dirk Kurbjuweit: Die Freiheit der Emma Herwegh
  • August 2017: Francoise Frenkel: Nichts, um sein Haupt zu betten
  • Juli 2017: Claudia Pineiro: Ein wenig Glück
  • Juni 2017: Petina Gappah: Die Farben des Nachtfalters
  • Mai 2017: Peter Prange: Unsere wunderbaren Jahre
  • April 2017: Renate Ahrens: Das gerettete Kind
  • März 2017: Marilynne Robinson: Gilead
  • Februar 2017: Isadora Duncan: I've only danced my life
  • Januar 2017: Sarit Yishai-Levi: Die Schönheitskönigin von Jerusalem

 

  • Dezember 2016. Brigitte Glaser: Bühlerhöhe
  • November 2016: Celeste Ng: Was ich euch nicht erzählte
  • Oktober 2016: Lars Mytting: Die Birken wissen`s noch
  • September 2016: Alexander Maksik: Die Gestrandete
  • August 2016: Naomi Wood: Als Hemingway mich liebte
  • Juli 2016: David Foenkinos: Charlotte
  • Juni 2016: Katharina Winkler: Blauschmuck
  • Mai 2016: Per J. Andersson: Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden
  • April 2016: Isabel Bogdan: Der Pfau
  • März 2016: Sabine Rennefanz: Die Mutter meiner Mutter
  • Februar 2016: Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe
  • Januar 2016: Claire Hajaj: Ismaels Orangen

 

  • Dezember 2015: Verena Boos: Blutorangen
  • November 2015: André Herzberg: Alle Nähe fern
  • Oktober 2015: Frances Itani: Requiem
  • September 2015: Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter Harper Lee: Wer die Nachtigall stört
  • August 2015: Catherine Chanter: Die Quelle
  • Juli 2015: Michael Köhlmeier: Zwei Herren am Strand
  • Juni 2015: Stephanie Bart: Deutscher Meister
  • Mai 2015: Donna Tartt: Der Distelfink
  • April 2015: Charles Lewinsky: Kastelau
  • März 2015: Ulla-Lena Lindberg: Eis
  • Februar 2015: Hans Meyer zu Düttingdorf: Das Bandoneon
  • Januar 2015: Anna Funder: Alles was ich bin

Kinderliteratur

Ingo Siegner: Der kleine Drache Kokosnuss und der Zauberschüler

München: cbj Verlag, 2018

Siegner IKokosnuss 26 Zauberschueler 183546Ein neues Abenteuer mit dem kleinen Drachen Kokosnuss!

Gemeinsam mit seinen besten Freunden Matilda, dem Stachelschwein, und Oskar, dem kleinen Fressdrachen, bricht der kleine Drache Kokosnuss zu einer Expedition zu den Sümpfen auf. Dabei geraten sie in Lebensgefahr. Im Nebel verbergen sich unheimliche Gestalten und plötzlich versinken die drei Freunde in einem Sumpfloch. Im letzten Moment werden sie von einem kleinen Zauberer gerettet … Es gibt viele Rätsel zu lösen für den kleinen Drachen Kokosnuss.

Ein spannendes Buch mit tollen Illustrationen. Gut geeignet zum Vorlesen, weil die einzelnen Kapitel kurz sind.

Für Kinder von 3 bis 6 Jahren

 

Kinderliteratur ab 10 Jahren

Gideon Samson: Sternschnuppensommer

Hildesheim: Gerstenberg Verlag, 2018

sternschnuppensommerDie Sommerferien sind da und für Jakob werden es die außergewöhnlichsten Ferien seines Lebens! Die Geschichte beginnt mit einem ganz allein auf sich gestellten Jakob am Flughafen, der darauf wartet von seinem Vater abgeholt zu werden, den er seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat. Nach der Scheidung seiner Eltern lebte Jakob bei seiner Mutter in Deutschland, die nun aber mit ihrem neuen Lebensgefährten einen gemeinsamen Urlaub verbringen möchte. Für Jakob ist da kein Platz. So kommt es also nach vielen Jahren zu einem Wiedersehen zwischen Vater und Sohn auf einer griechischen Insel. Sorgenvoll stellt sich Jakob die Frage, was das für Sommerferien für ihn werden sollen, mit einem Vater der ihm absolut fremd ist…?

Doch zum Glück lösen sich die Sorgenwolken unter der Sonne Griechenlands schnell auf! Jakob trifft Micha und schließt schnell Freundschaft. Gemeinsam schwimmen sie im Meer, reiten auf Eseln oder sitzen einfach in der Sonne. Als die fröhliche Puck dazu stößt, wird alles noch schöner. Zu dritt essen sie Eis, tanzen auf dem Dorffest, betrachten den nächtlichen Himmel, erzählen sich Sternschnuppengeheimnisse und sind glücklich.

Das Buch ist Teil unseres Sommerferienprojekts „Ich bin eine Leseratte“ und ist genau der richtige Schmöker für warme Sommertage im Garten, am See oder auf dem Balkon. Die Geschichte über echte Freundschaft und die erste Liebe, lässt den Leser von Griechenland träumen. (Empfohlen für Leser ab 10 Jahren)

 

Regionalkunde

Michael Köhler: Thüringer Triften und Trassen: frühe Wege in den Landschaften zwischen Werra und Weißer Elster

Jena: Jenzig Verlag, 2017

thüringer triftenPfade und Wege sind für die Menschheit schon in frühester Zeit enorm wichtig gewesen.

Spätestens seit der frühen Jungsteinzeit vor ca. 7500 Jahren gab es auf dem Gebiet des heutigen Thüringen ein Netz von Siedlungen, die durch ein Wegenetz verbunden waren. Thüringens Wegestruktur war aufgrund seiner zentralen Lage in Europa von gesamteuropäischem Interesse.

Unser Land wird durchzogen von einem regelrechten Geflecht alter Wegspuren und Trassen. Heute werden sie zum Teil noch als Feld- und Waldwege genutzt, oft sind sie aber auch überwachsen.

Ziel des vorliegenden Buches ist eine Zusammenstellung der alten Wege und Straßen für den Raum Thüringen. Bisher ist Vergleichbares für unser Land in der Literatur noch nicht zu finden.

 

Freestyle - Buch

Karen M. McManus: One of us is lying

München: cbj Verlag, 2018

one of usFünf Schüler einer Highschool müssen Nachsitzen – nur vier von ihnen überleben den Nachmittag. Simon, der Betreiber einer Gossip-App. bricht während der Stunde zusammen und stirbt im Krankenhaus. Die Polizei beginnt gegen die anderen vier Schüler wegen Mordes zu ermitteln, wollte Simon doch am nächsten Tag in einem Skandalpost die Geheimnisse von genau diesen vier Schülern aufdecken.

One of us is lying ist mehr als ein Jugendthriller. Das Buch ist zwar durch und durch spannend, glänzt aber vor allem durch die einfühlsamen Charakterzeichnungen. Während der Geschichte lernt man die vier Mitschüler und ihre Probleme genau kennen und wird so mit Themen wie Alkoholismus, Vernachlässigung durch Erziehungsberechtigte und psychischen Missbrauch konfrontiert. Und während man mit den Figuren mitfühlt, muss man sich ständig fragen: ist einer von ihnen wirklich zu einem Mord fähig?

 

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