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Helga Bürster: Luzies Erbe

Berlin: Insel Verlag, 2019

 

Luzies ErbeDie Autorin, geboren 1961, ist in einem Dorf bei Bremen aufgewachsen, wo sie auch heute wieder lebt. Sie studierte Theaterwissenschaften, Literaturgeschichte und Geschichte und war als Rundfunk- und Fernsehredakteurin tätig. Seit 1996 ist sie freiberufliche Autorin. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Sachbücher und Regionalkrimis.

Die fast Hundertjährige Luzie Mazur hat viel erlebt. Nach ihrem Tod hinterlässt sie einen abgewetzten Koffer auf ihrem Kleiderschrank. Diesen Koffer hat sie immer wie einen Schatz gehütet, denn er steckt voller Erinnerungen.

Ihre Enkelin Johanne, selbst eine Frau in den Fünfzigern, kramt in dem Koffer, um herauszufinden, was ihre Großmutter Jahrzehnte lang verschwiegen hat. Sie will wissen, wer Jurek war. Ihre Großmutter hatte sich als junge Frau während des Krieges in den polnischen „Fremdarbeiter“ verliebt. Eine Liebe, die nicht sein durfte. Johanne und ihre Familie leben in einem kleinen Dorf. Schon als Kind hat sie gespürt, dass sie irgendwie nicht so richtig dazu gehörten. Das Getuschel der Leute über ihre Großmutter hat nie aufgehört.

Erzählt wird die Geschichte von Luzie rückblickend auf ihr Leben während des Zweiten Weltkrieges. Die Enkelin Johanne will nach dem Tod der Großmutter mehr über die Geschichte der Familie erfahren. Sie findet heraus, dass es die große Liebe zwischen Jurek und Luzie gegeben hat. Aber warum er ihre Großmutter verlassen hat und viele andere Fragen, bleiben lange offen.

Die Autorin erzählt die Geschichte ihrer eigenen Großeltern, die sich während des Zweiten Weltkrieges ineinander verliebten. Sie haben gegen die Rassengesetze verstoßen und damit sich und ihre Kinder in Gefahr gebracht. Sie schafften es, den Krieg zu überleben. Aber beide haben bis zuletzt über diese Zeit geschwiegen, so wie Luzie in dieser Geschichte.

Helga Bürster erzählt in ihrem Buch, wie das Schweigen eine Familie überschattet. Sie erzählt von Generationen starker Frauen und davon, dass es für Versöhnung nie zu spät ist. Obwohl man von der Schwere des Themas emotional stark berührt wird, lässt sich das Buch wunderbar lesen und man möchte es bis zum Ende nicht mehr aus der Hand legen.

 

 

 

 

Buchtipps der vergangenen Monate:

  • März 2020: Helga Bürster: Luzies Erbe
  • Februar 2020: Lara Prescott: Alles, was wir sind
  • Januar 2020: Vera Buck: Das Buch der Vergessenen Artisten

 

  • Dezember 2019: Erik Fosnes Hansen: Ein Hummerleben
  • November 2019: Kati Naumann: Was uns erinnern lässt
  • Oktober 2019: Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse
  • September 2019: Kit de Waal: Die Zeit und was sie heilt
  • August 2019: Alina Bronsky: Der Zopf meiner Großmutter
  • Juli 2019: Min Jin Lee: Ein einfaches Leben
  • Juni 2019: Andrea van Bebber: Perlen vor die Säue
  • Mai 2019: Jocelyne Saucier: Niemals ohne sie
  • April 2019: Tom Saller: Wenn Martha tanzt
  • März 2019: Majgull Axelsson: Dein Leben und meins
  • Februar 2019: Andrea Camilleri: Die Inschrift
  • Januar 2019: Karine Lambert: Eines Tages in der Provence

 

  • Dezember 2018: Alex Capus: Königskinder
  • November 2018: Tommi Kinnunen: Wege, die sich kreuzen
  • Oktober 2018: Louise O'Neill: Du wolltest es doch
  • September 2018 Lana Lux: Kukolka
  • August 2018: Laetitia Colombani: Der Zopf
  • Juli 2018: Pierre Lemaitre: Drei Tage und ein Leben
  • Juni 2018: Anja Baumheier: Kranichland
  • Mai 2018: Vanessa LaFaye: Summertime
  • April 2018: Vigdis Hjörth: Bergljots Familie
  • März 2018: Jachina, Gusel: Suleika öffnet die Augen
  • Frebruar 2018: Ahrens, Renate: Alles, was folgte
  • Januar 2018: Isabelle Autissier: Herz auf Eis

 

  • Dezember 2017: Olga Grjasnowa: Gott ist nicht schüchtern
  • November 2017: Benjamin Lebert: Die Dunkelheit zwischen den Sternen
  • Oktober 2017: Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht
  • September 2017: Dirk Kurbjuweit: Die Freiheit der Emma Herwegh
  • August 2017: Francoise Frenkel: Nichts, um sein Haupt zu betten
  • Juli 2017: Claudia Pineiro: Ein wenig Glück
  • Juni 2017: Petina Gappah: Die Farben des Nachtfalters
  • Mai 2017: Peter Prange: Unsere wunderbaren Jahre
  • April 2017: Renate Ahrens: Das gerettete Kind
  • März 2017: Marilynne Robinson: Gilead
  • Februar 2017: Isadora Duncan: I've only danced my life
  • Januar 2017: Sarit Yishai-Levi: Die Schönheitskönigin von Jerusalem

 

  • Dezember 2016. Brigitte Glaser: Bühlerhöhe
  • November 2016: Celeste Ng: Was ich euch nicht erzählte
  • Oktober 2016: Lars Mytting: Die Birken wissen`s noch
  • September 2016: Alexander Maksik: Die Gestrandete
  • August 2016: Naomi Wood: Als Hemingway mich liebte
  • Juli 2016: David Foenkinos: Charlotte
  • Juni 2016: Katharina Winkler: Blauschmuck
  • Mai 2016: Per J. Andersson: Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden
  • April 2016: Isabel Bogdan: Der Pfau
  • März 2016: Sabine Rennefanz: Die Mutter meiner Mutter
  • Februar 2016: Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe
  • Januar 2016: Claire Hajaj: Ismaels Orangen

 

  • Dezember 2015: Verena Boos: Blutorangen
  • November 2015: André Herzberg: Alle Nähe fern
  • Oktober 2015: Frances Itani: Requiem
  • September 2015: Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter Harper Lee: Wer die Nachtigall stört
  • August 2015: Catherine Chanter: Die Quelle
  • Juli 2015: Michael Köhlmeier: Zwei Herren am Strand
  • Juni 2015: Stephanie Bart: Deutscher Meister
  • Mai 2015: Donna Tartt: Der Distelfink
  • April 2015: Charles Lewinsky: Kastelau
  • März 2015: Ulla-Lena Lindberg: Eis
  • Februar 2015: Hans Meyer zu Düttingdorf: Das Bandoneon
  • Januar 2015: Anna Funder: Alles was ich bin

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