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Vanessa LaFaye: SUMMERTIME - Die Farbe des Sturms: Roman

München: Limes Verlag 2017

Lafaye VSUMMERTIME 172951 lHandlungsort des Romans ist Heron Key in Florida im Jahr 1935.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen Missy und Henry. Missy arbeitet seit vielen Jahren bei der weißen Familie Kincaid als Dienstmädchen. Ihre Hauptaufgabe ist es, sich um den kleinen Sohn der Familie zu kümmern.

Henry hat im Ersten Weltkrieg Amerika gedient. Nach Ende des Krieges ist er, wie tausend andere Soldaten traumatisiert und von der Regierung in Stich gelassen, durch das Land gezogen. Nach fast 20 Jahren kehrt er wieder in seine Heimat Florida zurück. Dort haben seine Schwester und Missy auf ihn gewartet. Beide sind froh, dass Henry zurück ist. Doch es ist nicht der Henry von damals. Von dem stolzen jungen Mann ist wenig geblieben. Gezeichnet durch seine Erlebnisse zieht er es vor, im Lager bei den anderen Veteranen zu leben. Durch ein Brückenbauprojekt der Regierung Floridas können diese Veteranen beschäftigt und beaufsichtigt werden. Es ist eine Schande, unter welchen Umständen diese Menschen leben und arbeiten müssen, nach dem Krieg aus Europa kommend umjubelt und jetzt behandelt wie Abschaum. Besonders hart ist die Stellung der Schwarzen.

Dieser historische Fakt ist kein Ruhmesblatt für die Politik der USA, die von der Rückkehr der Soldaten völlig überfordert gewesen war.

Die Handlung beginnt am 4. Juli 1935. Wie jedes Jahr findet anlässlich dieses Datums an diesem Abend am Strand ein Barbecue mit anschließendem Feuerwerk statt, ein Höhepunkt im Leben der Gemeinde. Die Einwohner von Heron Key wissen eigentlich schon, wie es abläuft. Getrennt nach Schwarzen und Weißen feiert jeder auf seiner Strandseite. Und es gibt, wie üblich, die gewohnten Auseinandersetzungen zwischen beiden Gruppen. Zu diesen gesellen sich die durch die Umstände verrohten Kriegsveteranen Doch diese Mal nimmt das Fest einen dramatischen Ausgang. Eine weiße Frau wird schwer misshandelt. Es ist die Frau, bei der Missy angestellt ist. Da Henry sich nach einem zufälligen Treffen mit Missy wieder in der Stadt sehen lässt, fällt der Verdacht auf ihn. In der Stadt spitzen sich die Beziehungen ihrer Bewohner bedrohlich zu.

Eine beispiellose Hetzjagd auf Henry beginnt, die er sich nur durch eine Flucht entziehen kann. Das dramatische Geschehen erfährt seinen Höhepunkt durch das Heraufziehen eines Hurrikans. Die Bewohner haben mit Unwettern ihre Erfahrung und sind vorbereitet, doch mit einer Naturkatastrophe dieses Ausmaßes sind auch sie überfordert. Die außergewöhnliche Situation sorgt dafür, dass einige Menschen über sich hinauswachsen und dass die Unmenschlichkeit anderer noch größer wird.

Die Autorin versteht es ausgezeichnet, das Verhalten und die Stimmung ihrer Protagonisten darzustellen.

Die Handlung ist spannend geschrieben und gibt einen guten Einblick in die damalige Zeit. Die menschlichen Beziehungen werden von der Rassentrennung bestimmt.

Es ist ein überzeugender und sehr packender Roman, der auf historischen Ereignissen aufbaut. Die ganz besondere Atmosphäre auf den Keys ist wunderbar eingefangen.

Vanessa Lafaye wuchs in Florida auf, wo kaum ein Jahr ohne Wirbelstürme vergeht. Später ging sie nach England, wo sie mit ihrem Mann und drei Katzen in Marlborough, Wiltshire lebt.

 

Buchtipps der vergangenen Monate:

  • April 2018: Vigdis Hjörth: Bergljots Familie
  • März 2018: Jachina, Gusel: Suleika öffnet die Augen
  • Frebruar 2018: Ahrens, Renate: Alles, was folgte
  • Januar 2018: Isabelle Autissier: Herz auf Eis

 

  • Dezember 2017: Olga Grjasnowa: Gott ist nicht schüchtern
  • November 2017: Benjamin Lebert: Die Dunkelheit zwischen den Sternen
  • Oktober 2017: Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht
  • September 2017: Dirk Kurbjuweit: Die Freiheit der Emma Herwegh
  • August 2017: Francoise Frenkel: Nichts, um sein Haupt zu betten
  • Juli 2017: Claudia Pineiro: Ein wenig Glück
  • Juni 2017: Petina Gappah: Die Farben des Nachtfalters
  • Mai 2017: Peter Prange: Unsere wunderbaren Jahre
  • April 2017: Renate Ahrens: Das gerettete Kind
  • März 2017: Marilynne Robinson: Gilead
  • Februar 2017: Isadora Duncan: I've only danced my life
  • Januar 2017: Sarit Yishai-Levi: Die Schönheitskönigin von Jerusalem

 

  • Dezember 2016. Brigitte Glaser: Bühlerhöhe
  • November 2016: Celeste Ng: Was ich euch nicht erzählte
  • Oktober 2016: Lars Mytting: Die Birken wissen`s noch
  • September 2016: Alexander Maksik: Die Gestrandete
  • August 2016: Naomi Wood: Als Hemingway mich liebte
  • Juli 2016: David Foenkinos: Charlotte
  • Juni 2016: Katharina Winkler: Blauschmuck
  • Mai 2016: Per J. Andersson: Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden
  • April 2016: Isabel Bogdan: Der Pfau
  • März 2016: Sabine Rennefanz: Die Mutter meiner Mutter
  • Februar 2016: Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe
  • Januar 2016: Claire Hajaj: Ismaels Orangen

 

  • Dezember 2015: Verena Boos: Blutorangen
  • November 2015: André Herzberg: Alle Nähe fern
  • Oktober 2015: Frances Itani: Requiem
  • September 2015: Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter Harper Lee: Wer die Nachtigall stört
  • August 2015: Catherine Chanter: Die Quelle
  • Juli 2015: Michael Köhlmeier: Zwei Herren am Strand
  • Juni 2015: Stephanie Bart: Deutscher Meister
  • Mai 2015: Donna Tartt: Der Distelfink
  • April 2015: Charles Lewinsky: Kastelau
  • März 2015: Ulla-Lena Lindberg: Eis
  • Februar 2015: Hans Meyer zu Düttingdorf: Das Bandoneon
  • Januar 2015: Anna Funder: Alles was ich bin

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